Ehrenamt endlich anerkennen!

Das Ehrenamt wird oft als Rückhalt unserer Gesellschaft bezeichnet. Ob bei der Flüchtlingskrise, Naturkatastrophen, in Sportvereinen oder beim Deutschen Roten Kreuz, ohne Ehrenamtliches Engagement würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren, würden Kinder nicht in Sportvereine können und würden bei Überschwemmungen die Leute zum Sandsäcke stapeln fehlen.

Doch warum wird genau das von unserer Politik und auch von vielen Teilen der Gesellschaft nicht honoriert, gerade bei Jugendlichen, die doch eigentlich diejenigen sind, die in Zukunft die ehrenamtlichen Organisationen und Vereine weiterführen werden?

Jugendliche können sich heute nicht mehr neben einem Turbo G8 Abi noch engagieren, denn wer abends zwischen 16:00 und 18.00 Uhr nach acht und mehr Stunden Unterricht nach Hause kommt, sich dann noch mit Hausaufgaben und der Vorbereitung auf Klausuren und Abitur herumschlagen muss, der kann sich eben abends tendenziell nicht mehr z.B. beim DRK Engagieren.

Und die, die es trotzdem machen, leiden fast immer schulisch darunter und geben früher oder später ihr Engagement zugunsten schulischer Leistung auf. Denn am Ende gilt leider immer noch fast immer, dass außerschulisches Engagement kaum honoriert wird und wenn doch, dann erst, wenn eine Entscheidung aufgrund von schulischen Leistungen nicht möglich ist.

Hier muss es endlich ein Umdenken geben, warum wird außerschulisches Engagement nicht in Zeugnissen erwähnt, aber jede AG, die meistens eh kaum stattfindet schon? Warum gibt es immer noch keine gebührende Anerkennung von staatlicher Seite für ehrenamtliches Engagement und, wenn es nur mal ein echtes persönliches Danke vom Bürgermeister*in wäre? Und am allerwichtigsten, was ich auch aus persönlicher Erfahrung bestätigen kann, warum sind Engagierte immer noch vom Wohlwollen der Lehrer und Schulleitungen bei Schulbefreiungen für ihr Engagement abhängig? Warum gibt es nicht eine festgeschriebene Anzahl an Tagen, die ein Schüler pro Jahr zugunsten seines Engagements von der Schule befreit wird? Und wenn es nur einige Tage wären, es wäre eine Anerkennung und Legitimierung die bisher fehlt.

Am Ende müssen wir uns vor Augen halten, wenn wir soziales Engagement nicht fördern und der folgenden Generation die Chance verwehren sich zu beteiligen, wird unsere Gesellschaft dies auf lange Zeit hin negativ bemerken. 

Autor: Thomas Gönner

 

Co-Autorin: Emely Kissinger