Die Herausforderung der Digitalisierung und warum sie in den Schulen dringend nötig ist.

Die Digitalisierung ist wohl die größte Aufgabe der Politik für die nächsten 20 Jahre, denn von ihr wird abhängen ob wir unseren wirtschaftlichen Status halten können, oder nicht. Bisher hat sich die Regierung Merkel dabei nicht gerade mit Ruhm bekleckert, denn vom großen Plan, schnell das beste Internet der Welt zu schaffen, ist wie ihnen jeder der auf dem Land lebt, nicht viel geblieben und auch die Anpassung der Bildung an die Digitalisierung, ist bisher kaum soweit vorrangeschritten, dass man es überhaupt als „Beginn“ bezeichnen könnte.

Doch warum ist es denn so wichtig gutes Internet zu haben? Und warum ist gerade die Anpassung der Bildung für die Jugend so immens wichtig?

Gutes Internet ist heute nicht nur ein von der UN festgeschriebenes Menschenrecht, sondern für eine Wirtschaft, die auf der Höhe der Zeit ist und Wettbewerbsfähig bleiben möchte, überlebenswichtig. Unternehmen benötigen es, um schnell Daten auszutauschen, denn mehr als je zuvor gilt der Grundsatz, Zeit ist Geld. Wenn z.B. ein Unternehmen in Baden-Württemberg, das Spezialteile entwickelt, nicht in der Lage ist schnell ihre Entwürfe nach China zur Produktion zu schicken, sondern sie per Post schicken muss, wird es nicht lange konkurrenzfähig bleiben. Jetzt denken sich die Leser, die aus einer großen Stadt wie Berlin kommen natürlich, dass es so etwas in Deutschland nicht mehr gibt, doch muss ich da enttäuschen, das gibt es immer noch, denn in ländlichen Regionen liegt die Internetgeschwindigkeit oft noch unter 10 Mbit, viel zu wenig um große Mengen an Daten zu versenden. Da sich deshalb viele Unternehmen entscheiden in die Städte zu ziehen, verlieren ländliche Kommunen nicht nur Arbeitgeber, sondern auch Einnahmen und Jugendliche eine Perspektive. Zur Folge hat das, dass die Kommunen die meist eh schon finanziell angeschlagen sind, selbst in den Breitbandausbau investieren müssen, was sich jedoch nicht alle Kommunen leisten können und was zwangsläufig manchen die Wirtschaftskraft kosten wird.

Hinzu kommt, dass auch im Bereich der Bildung die Digitalisierung bisher nur jämmerlich aufgegriffen wurde. Oft kommen auf 50 bis 100 Schüler an einer Schule nur ein funktionierender Computer und wenn aufgrund von Sponsoren mehr Geld und Geräte vorhanden sind, werden sie zumeist wenig, bis gar nicht genutzt, da die Lehrkräfte sie nicht bedienen können, oder gar nicht wissen, wie man sie in den Unterricht sinnvoll einbinden kann.

Ich habe selbst erlebt, wie meiner alten Schule, dank finanzstarker Unternehmen, 3D Fernseher und Touchboards zur Verfügung gestellt wurden. In den 3 Jahren danach, wurden die 3D Fernseher nur für eine einzige Aufgabe genutzt und die Touchboards, trotz Fortbildung der Lehrer, nur als Beamer benutzt. Selbst das Beschaffen von Digitalen Büchern für Schüler, die auf eigene Kosten mit Tabletts arbeiten wollen wird zu einer nahezu unschaffbaren Aufgabe.

Um es kurz zu betonen, diese Erfahrungen sind kein Einzelfall, das ist der Alltag genau jetzt in deutschen Schulen!

Dabei könnte es anders gehen, Dänemark macht es z.B. vor, dort arbeiten alle Schüler auf Laptops oder Tablets, die von der Schule gestellt werden, Arbeiten werden darauf geschrieben, Hausaufgaben bekommen die Schüler per E-Mail und Kreidetafeln kennt dort niemand mehr und zwar seit 20 Jahren.

 

Wenn Deutschland nicht komplett den Anschluss verlieren möchte, muss es jetzt reagieren und ich kann nur hoffen, dass FDP und die Grünen dabei ihre Wahlversprechen erfüllen werden. Es darf nicht mehr normal sein, dass der Schüler besser am PC ist als der Lehrer. Es darf nicht mehr sein, dass Schüler ihre Hausaufgaben nicht machen können, weil das Internet zu schlecht ist und es müssen endlich Lernkonzepte entwickelt werden, die an die Digitalisierung angepasst sind.

Es geht hier um die Wettbewerbsfähigkeit einer ganzen Generation, denn auf dem Internationalen Arbeitsmarkt ist die Digitalisierung längst angekommen und niemand wird auf Deutschland warten und diese Nachteile wird die heutige Jugend sonst mühsam aufholen müssen.   

 

Autor: Thomas G.

 

Co-Autorin: Emely K.