Macrons Idee von Europa und was sie für die Jugend bedeuten könnte

Emanuel Macron, der Mann, der Frankreich wie im Sturm eroberte, der erste Präsident, der zur Europa Hymne und nicht zur französischen Hymne am Tag seines Sieges vor seine Anhänger trat und der Mann der wie kein zweiter für ein zukunftsorientiertes Europa steht.

Doch was fordert er? Und was könnte davon überhaupt unter einer Jamaika Koalition, in der gerade CSU und FDP in manchen Teilen europaskeptisch sind, umsetzbar sein?    

Emanuel Macron fordert viel für die Verhältnisse eines Europas das sich die letzten Jahre im Schneckentempo reformiert hat, sehr viel.

Er möchte ein eigenes Europa Budget, ein stärkeres Europaparlament, einen eigenen Finanzminister, und eine vereinte europäische Armee.

All das wäre wohl machbar unter einer Jamaika Koalition, da es alles Schritte sind, die Geld sparen und allgemein als Schritte gesehen werden, die nötig sind um auf einem Weltweiten Markt überleben zu können gegen so riesige Wirtschaften wie China oder in Zukunft Indien.

Der große Knackpunkt für Deutschland und der große Knackpunkt für FDP, CSU und CDU ist jedoch der dauerhafte Finanzausgleich in Europa, den Macron fordert. Das würde bedeuten das Deutschland und andere reichere EU Nationen Geld an die schwächeren Länder Europas schicken, ohne direkte Gegenleistung, sondern als reine Unterstützung z.B. für Investitionen. Kandidaten dafür währen z.B. Italien, Spanien oder auch Frankreich.

Im ersten Moment hört sich das natürlich dumm an. Warum sollten wir das machen?

Die Idee ist jedoch weder neu noch verrückt, sie wird in Deutschland sogar bereits seit Jahrzehnten im Rahmen des Länderfinanzausgleiches umgesetzt, dabei zahlen die reichen Länder, vor allem Bayern und Baden-Württemberg, jedes Jahr Milliarden an die anderen Bundesländer.

Das tolle daran ist, auch wenn wir keine direkte Gegenleistung bekommen, ist es am Ende für beide Seiten eine Win-WIn Situation und das hat mehrere Gründe. Deutschland ist eine Export Nation und allein 2016 Exportierten wir Produkte im Wert von ca. 700 Milliarden Euro zu unseren Europäischen Nachbarn, das bedeutet umso besser es unseren Nachbarn geht, umso besser geht es uns, da sie mehr Geld haben um unsere Produkte zu kaufen und damit unser Geld, das wir im Rahmen des Finanzausgleiches bezahlen würden, auf diesem Weg wieder zu uns zurückkommen würde.

Ein zweiter Grund wäre, dass es ein weiterer Schritt zu einem gemeinsamen Europäischen Staat wäre. Jetzt kann man sich zwar darüber streiten, ob ein vereintes Europa so gut wäre, doch sehe ich dabei deutlich mehr Vorteile als Nachteile.

Ein dritter Punkt ist, dass durch diesen Ausgleich auch die Jugendarbeitslosigkeit in vielen Teilen Europas bekämpft werden könnte, da die schwächeren Staaten wieder finanziellen Spielraum für Investitionen hätte, was schon allein im Interesse Deutschlands sein sollte, da wir auf lange Sicht auf ausländische Fachkräfte angewiesen sind, aber auch den Jugendlichen eine Perspektive geboten werden würde und so gerade den populistischen Strömungen in diesen Länder entgegen gewirkt werden könnte und das Feindbild Europa, dass dort oft herrscht, bekämpft werden könnte, wenn auch zum Preis, dass im schlimmsten Fall die Populisten in den „reichen“ Ländern, davon profitieren könnten, wie zuletzt in Großbritannien beim Brexit zu sehen war. Dazu kommt noch, dass auch die Europäische Verteilung von Flüchtlingen, damit einfacher möglich zu machen wäre, da die Länder mehr finanzielle Möglichkeiten dafür zu Verfügung hätten, was auch im Interesse Deutschlands wäre.

Am Ende ist damit wohl die entscheidende Frage, die man dahinter sehen muss, wollen wir die Weichen auf ein vereintes Europa stellen, oder bleiben wir in einem losen Staatenbund wie bisher?

Wollen wir auch unter dem Risiko von Verlusten solidarisch zu unseren Nachbarn stehen, oder weiterhin National denken?

Ich denke, wenn die „Pulse of Europe“ Bewegung eines gezeigt hat, dann, dass Deutschland bereit ist für mehr Europa und das ist gut so, den am Ende ist mehr Europa eine Investition in die Zukunft, von der die folgende Generation profitieren wird! 

 

Autor: Thomas G.

Co-Autorin: Emely K.