Warum der Altersdurchschnitt im Bundestag ein Problem für die Interessen der Jugend ist.

Schon immer herrscht im Deutschen Bundestag ein Ungleichgewicht von männlichen und weiblichen Abgeordneten, das sogar im neuen Bundestag noch schlimmer werden wird. Doch ebenfalls das Alter der Abgeordneten, mit im Durchschnitt 49,4 Jahren, ist ein Problem, denn wie soll ein 65-Jähriger die Probleme von 16-17-jährigen oder auch nur von 25-26 jährigen vertreten wenn er sie sehr wahrscheinlich nur schwer nachvollziehen kann oder vielleicht sogar gar nicht mehr versteht?

Doch warum ist das so? Welche Nachteile bringt das für die Jugend und was könnte man dagegen machen?

Das Warum ist schnell beantwortet. Wer in den Bundestag möchte muss dafür gewählt werden und um überhaupt gewählt zu werden, muss man als Kandidat bekannt genug sein und sich in der Partei genug profiliert haben, um überhaupt Kandidat zu werden. Zusätzlich ist es auch sinnvoll, wenn man auf einem Fachgebiet, z.B. Finanzen, Erfahrung gesammelt oder ein Studium abgeschlossen hat, so dass man überhaupt weis worüber man den gerade redet.

Doch warum wäre es den wichtig das auch jüngere Abgeordnete im Parlament sitzen?

Die unter 30-jährigen in der Bevölkerung machen in Deutschland etwa 25-30 % der Bevölkerung aus, sie werden jedoch nur von weniger als 5% Abgeordneten unter 30 vertreten, was zwangsläufig dazu führt das die Themen die erst in weiter Zukunft negative Auswirkungen haben, wie z.B. der Klimawandel, oft nicht so konsequent angepackt werden wie unmittelbare Themen. Oder auch das Entscheidungen gegen die Interessen der Folgenden Generation getroffen werden, wie man z.B. bei der Rente sehen kann, die eigentlich auf einem Generationen Vertrag beruht, jedoch aufgrund des Demographischen Wandels eine viel größere Last auf die folgende Generation legt, auch da die unter 30-jährigen nur ca. 16% der Wähler ausmachen und so eine geringere Relevanz haben als speziell die riesige Baby-Boomer Generation.

Doch was kann man machen damit die Anliegen junger Menschen besser vertreten werden?

Zuerst einmal ist es nicht einmal unbedingt notwendig mehr junge Abgeordnete an sich in den Bundestag zu bekommen, sondern es wäre ein erster Schritt, ein bundesweites Jugendgremium ein zu führen und das Wahlalter auf 16 ab zu senken, um einen Altersausgleich zwischen den Wahlberechtigten zu schaffen.

Weitere Schritte um wirklich direkt mehr Abgeordnete in den Bundestag zu bekommen wären auch, wie unter anderem die Grünen in Betracht ziehen, die Anzahl der Legislaturperioden für Abgeordnete zu begrenzen, um die Rotation zu beschleunigen und die Chance einmal in den Bundestag zu kommen zu erhöhen. Ein Beispiel Modell wäre dabei, durch eine Regelung fest zu legen, das 20% der Kandidaten auf den vorderen Plätzen der Landeslisten neu sein müssen oder den Jugendorganisationen der Parteien, immer eine Bestimmte Anzahl von Plätzen auf den Landeslisten zu zugestehen, die sie besetzten dürfen.

 

Am Ende gilt, die Bundestagsabgeordneten entscheiden über die Zukunft dieses Landes aber auch über die Zukunft Europas, sprich sie entscheiden über die Zukunft der Jugend! Deshalb muss die Jugend auch gebührend an diesen Entscheidungen beteiligt sein, denn einem 77 Jährigen kann der Klimawandel egal sein, aber ein 17 jähriger wird sein ganzes Leben mit den Auswirkungen Leben müssen!  

 

Autor: Thomas G.