Parteien traut euch! Mehr Beteiligung für mehr Nachwuchs und eine lebendige Demokratie!

 

 

Die Parteien in Deutschland haben ein Problem, ein Problem, dass sich als Problem für unsere gesamte Demokratie und damit Gesellschaft entwickelt.

 

Das Problem heißt Nachwuchs und Engagement.

 

Das Durchschnittsalter der Parteien im Bundestag liegt, laut Statista, bei 60 Jahren (CDU/CSU), bis hin zu immer noch sehr hohen 50 Jahren (Bündnis 90/Grünen) und gerade einmal 3% der Jugendlichen können als „politisch engagiert“ eingeschätzt werden. Alle Parteien brauchen also dringend Nachwuchs, doch der ist nicht in Sicht. Doch wo liegen die Probleme? Und wie müssten sich die Parteien ändern, um für Jugendliche attraktiver zu werden?

 

Das alte Parteiensystem bringt, so wie es jetzt ist, einige Probleme mit sich, es ist schwierig sich Gehör zu verschaffen, da die Strukturen Komplex und sehr umfassend sind, so muss man wenn man sich engagiert, oft erst einmal seine „Abzeichen“ verdienen, was all zu oft in Form von Aufgaben wie „kleb doch mal 1000 Plakate“ oder „verteile erst mal 5000 Flyer“ geschieht, bevor man die Chance auf eine Position hat, in der man wirklich etwas verändern kann in der eine Stimme Gewicht hat, hinzu kommt hierbei, dass mit solch einer Position zu meist Verantwortung mit ein her geht, die gar nicht gewollt ist. Eine Person, die Mitglied geworden ist, um sich für Windenergie einzusetzen muss dann plötzlich die Aufgaben eines Schatzmeisters erfüllen, etwas das er/sie gar nicht wollte.

 

Hinzu kommt ein weiteres Problem, momentan herrscht immer noch die Baby-Boomer Generation in den Parteien, sie besetzt die Spitzenämter und sie sind noch nicht bereit zur Seite zu treten, doch was kommt, wenn der Moment erreicht ist? Den dann wird niemand da sein, der an die Stelle tritt, da niemand gefördert wurde, es könnten Situationen entstehen wie bereits heute in vielen Städten bei denen bei Bürgermeisterwahlen nur ein* Kandidat*in antritt und so automatisch gewinnt, was schnell zu einer Gefahr für den demokratischen Prozess und zu einem Vertrauensverlust in die Demokratie führen könnte.     

 

Die Parteien müssen, wenn sie zukunftsfähig bleiben wollen und ihre Stellung innerhalb unseres demokratischen Systems erhalten, sich grundlegend ändern.

 

Meiner Meinung nach muss es mehr direkte Demokratie in den Parteien geben, z.B. Mietgliederentscheide so, dass auch das einfache Mietglied mehr Einfluss hat und es muss ein Wandel in der Denkweise der Parteien geben, gerade auf kommunaler und Landesebene sollte es ein stärkeres einbinden von Initiativen, die von außen kommen in die Partei geben. Warum soll nicht auch eine Initiative auf einem Landes- oder Bundeskongress öffentlich einen Antrag stellen dürfen über den dann diskutiert und entschieden wird.  Es würde die Prozesse kürzer machen, die Einflussnahme eines jeden in den politischen Prozess stärken und jedem*er die Möglichkeit geben etwas zu verändern, ohne davor 1000 Plakate kleben zu müssen.

Parteien müssen für die Zukunft flexibler werden, mehr zulassen und mehr riskieren. Wenn dieser Wandel nicht beginnt, müssen wir uns darauf einstellen. dass der Nachwuchs weiter fehlen wird, das Vertrauen in die Demokratie weiter sinken wird und der Populismus weiterwachsen wird! Das darf nicht passieren, nur weil einzelne Personen aus Eigennutz an ihren Ämtern und ihrer Macht fest halten!

Autor: Thomas Gönner

Co-Autorin: Emely Kissinger